Die unbewusste Strategie

In Abrede stellen möchte ich keinesfalls.
Dass mich zwischenmenschliche Konflikte.
In den letzten Jahren herausgefordert haben.
Oder wäre es nicht zutreffender formuliert.
Dass einer allzu intensiven Gruppendynamik.
Mit destruktiv anmutenden Ausmaßen.
Meine Psyche einfach nicht mehr gewachsen ist.
Und daraus Gedankenspiralen resultierten.

Nicht selten war dieser Umstand ein Thema.
In den psychotherapeutischen Gesprächen.
Welche ich seit 2014 in Anspruch nehme.
Eine kleine Pause von vier oder fünf Monaten.
Haben wir zwar soeben vereinbart.
„Aber fertig werden wir wohl nie sein“,
so formulierte es meine Psychotherapeutin.
Da kann ich zweifellos beipflichten.

Es war mir stets äußerst wichtig.
Mein eigenes Verhalten zu reflektieren.
Wahrscheinlich grüble ich zuviel darüber.
Was andere über mich denken könnten.
Der Kontrast zum Ignorantentum irgendwie.
Nach außen trage ich das Grübeln kaum.
Und Ansehen wird man es mir schwerlich.
Viele Menschen hinterfragen so etwas nicht.

Den angetretenen sozialen Rückzug.
Empfinde ich keinesfalls problematisch.
Ich bin täglich in Kontakt mit Menschen.
Und schätze diesen Umstand auch.
Natürlich war vieles mal ganz anders.
Aber es ist unbewusst notwendig geworden.
Eine persönliche Strategie zu finden.
Um mich von Belastungen abzugrenzen.
Was auch halbwegs gut funktioniert.

„Die Zeit heilt alle Wunden.“
Wie immer man zu dieser Redensart stehen mag.
So manche Geschehnisse aus der Vergangenheit.
Hinterlassen wohl ihre tiefen Spuren.
Aber sie verblassen dennoch mit der Zeit.
Und insgeheim könnte man.
Irgendwann dem Trugschluß aufsitzen.
Es wäre doch alles nicht so schlimm gewesen.

Abschließend sei noch erwähnt.
Dass diese Zeilen nicht als Anklage.
Mißinterpretiert werden sollten.
Ich war viel zu oft unzureichend bereit.
Meine Mitmenschen darauf hinzuweisen.
Wenn mich ihr Verhalten belastet hat.
Den Handlungsbedarf sehe ich bei mir.
Und diesem möchte ich weiterhin gerecht werden.