Ein neuerlicher Versuch

Unter dem Titel „Um des lieben Friedens willen“.
Wollte ich mich kürzlich der heiklen Aufgabe widmen.
So manche eigene Persönlichkeitsmuster zu hinterfragen.
Als Basis diente die Diagnose eines Psychiater.
„Unsichere-vermeidende Persönlichkeitsstörung“ (F60.6)
Mit welcher ich mich zweifellos identifizieren kann.
Und die auch in den psychotherapeutischen Gesprächen.
Mehr oder weniger ständig präsent ist.

Ich zitierte in dem Beitrag verschiedene Quellen.
Was mir dabei half manche Parallelen auszuloten.
Im Blog entstand damit zwar ein informeller Auszug.
Zu der erwähnten psychosomatischen Diagnose.
Die persönlichen Hintergründe sparte ich aber aus.
Lediglich der schlichte Hinweis findet sich in den Zeilen.
Dass Ängste vor belastende Reaktionen der Mitmenschen
meinen sozialen Rückzug mitverursachen.

So manche Beispiele von meinem Lebensweg.
Hätte sich das Blog zweifellos verdient gehabt.
Die nüchterne Darstellung lag nicht in meiner Absicht.
Es war mir schon klar wie heikel das Thema wird.
Aber überrascht bin ich von mir selbst keinesfalls.
Letztendlich geht es nicht primär um das Blog.
Sondern um die vielschichtige Art und Weise.
Wie ich mit Belastungen umzugehen vermag.
Wie ich darauf reagiere und mich artikuliere.

Ich möchte versuchen dies zu verdeutlichen.
Es werden mir wenige Menschen nachsagen wollen.
Dass ich auf den Mund gefallen wäre.
Einem belastenden zwischenmenschlichen Diskurs.
Der keinesfalls direkt auf mich abzielen muß.
Werde ich aber selten etwas zu erwidern haben.
Wenn er sich in meiner Gedankenwelt manifestiert.
Und schlimmstenfalls dort auch länger verharrt.
Können daraus Gedankenspiralen resultieren.
Was auch schon des öfteren geschehen ist.

Warum scheue ich denn davor zurück?
Meinen Unmut ausreichend kund zu tun.
Das kann ich schwer bis gar nicht beantworten.
Es erscheint mir aber auch nicht sinnvoll.
Das Thema später aufs Tablett zu bringen.
Letztlich gab es doch kaum einen Konflikt.
Zumindest aus Sicht des Gesprächspartner.

„Die Zeit heilt alle Wunden.“
Dem Sprichwort kann man gespalten begegnen.
Aber Belastungen relativieren sich mit der Zeit.
Wenn man eine Möglichkeit gefunden hat.
Diese künftig besser zu umschiffen.
Was in meinem Fall wohl den Rückzug erklärt.
Bestimmt keine erstrebenswerte Lösung.
So manche Fragezeichen lasse ich zurück.
Und bedaure diesen Umstand auch.

Als ich diese Zeilen zu verfassen begann.
Hatte ich zumindest den leisen Vorsatz gehegt.
Durch die Schilderung konkreter Situationen.
Welche sich in meinem Leben zugetragen haben.
Die Sachlage etwas nachbessern zu können.
Dies ist mir zugegebenermaßen nicht gelungen.
Aber ich konnte ein wenig zum Ausdruck bringen.
Dass mir diese Defizite bewusst sind.

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